Schwedisch lernen

Auf Grund der Nachfrage gibt es nun eine eigene Seite über die schwedische Sprache.

Ich werde oft gefragt, ob es sehr schwer ist, schwedisch zu lernen. Da es mir schon immer leicht fiel, Fremdsprachen zu erlernen, bin ich der falsche Ansprechpartner. Aber es ist dem Deutschen sehr verwandt und mit Sicherheit nicht so schwierig wie Latein oder gar Finnisch, mit ihren unendlich vielen Fällen. Wille und Training führen immer zu Ziel!!

Wie lange braucht man um gut Schwedisch zu lernen?

Das hängt natürlich von der eigenen Begabung und Fleiß ab, da kann man keine konkrete Zahl benennen. Ganz allgemein gilt, man darf es halt nicht so „deutsch“ sehen, mit diesem Hang zur Perfektion. Es gibt kein „reines Schwedisch“ wie unser „Hochdeutsch“, dafür gibt es reichlich Dialekte, die sich mehr oder weniger unterscheiden. Auch die Schweden erwarten kein perfektes Schwedisch, sie sind es gewohnt „rauszuhören“, was der andere sagt. Sie rechnen jeden Versuch hoch an, sich überhaupt auf Schwedisch ausdrücken zu wollen – sie sind amüsiert, aber bestimmt nicht gekränkt oder böse, wie man es den Franzosen nachsagt.

Wann nutzt man „ett“ und „en“ (Artikel)?

DA GIBT ES KEINE REGEL! Sorry, das muss man einfach auswendig lernen. Das Falsche zu benutzen ist aber kein Weltuntergang, man wird schon verstanden. Es gibt auf jeden Fall deutlich mehr „en-Wörter“ als „ett-Wörter“, im Zweifelsfalle einfach „en“ nehmen.

Die Grammatik schaffe ich nicht

„Ta det lugnt“ (Keep cool) oder „Det löser sig“ (das wird schon) würde der Schwede antworten. Ich sage „pfeif drauf“, jedenfalls am Anfang. Ist doch nicht schlimm, wenn man das Verb nicht in die korrekte Vergangenheits- oder Zukunftsform setzen kann, sie verstehen dich auch so.

Punkt, Punkt, Komma, Strich

Die Satzzeichen sind gleich, auch die Bedeutung, aber sie werden viel sparsamer eingesetzt. Wenn man sich so überlegt, durch wieviel Kommaregeln man sich in der Schule „damals“ durchgequält hat, da ist es doch entspannend mit „weniger ist mehr“ arbeiten zu dürfen.

Heißt „tack“ nun „Bitte“ oder „Danke“?

Beides…. Wenn man sich bedankt steht es einzeln oder in Verbindung mit „för…“, wenn man sich für etwas Bestimmtes bedankt (tack för samtal = danke für den Anruf) und es steht dann meist am Satzanfang. Wenn man jedoch beim Einkaufen 5 Scheiben Schinken bestellt, bedeutet „tack“ dann „bitte“ und steht am Satzende (mit Komma angehängt). „Fem skriva skinka, tack“. Sagt eine Verkäuferin „Ja, tack“ zu dir, heißt es so viel wie „der Nächste bitte“ oder „was wünschen Sie bitte“.

Man sagt immer „du“

Ja, im Allgemeinen. Es gibt ein „Sie“, das durchaus beruflich und bei Ausländern angewendet wird, um Formen zu wahren – das „Ni“. Eigentlich heißt „ni“ (kleingeschrieben) „ihr“, aber großgeschrieben ist es ein „Sie“.

Wie betone ich richtig?

Auch da muss man sich reinhören und es automatisiert mit der Zeit. Als Anfänger betont man einfach jede Silbe, deine Gegenüber verbessert dich dann und so lernt man die Ausnahmen. Durch die einzelne Betonung – abwechselnd rauf und runter – entsteht der typische „Singsang“. Den muss man nicht perfekt beherrschen, das stellt sich von allein mit der Zeit ein.

Meine Aussprache ist grausig

Das ist vollkommen egal!!! Das wird sie auch noch lange bleiben, denn, wenn die Stimmbänder nicht von klein auf an diese Laute gewöhnt sind, braucht es halt, das zu erlernen. Z.B. lernen schwedische Kinder frühestens mit 5 Jahren das „R“ zu rollen. Ich werde immer wieder darauf angesprochen, ob ich Dänin wäre, weil mein Akzent immer noch eher dänisch oder norwegisch klingt. Es amüsiert und wir lachen gemeinsam drüber.

Die reden so schnell – ich versteh nix

Bitte sie etwas langsamer zu sprechen, das ist völlig normal! Das machen die Schweden auch, wenn ein Dialekt schwierig ist. Man kommt sich zwar blöd vor, das braucht man aber nicht!

Was bedeutet dieses „inte“?

Es bedeutet „nicht“ und gehört zum Verb, um den Sinn ins Negative zu setzen.

Beispiele:

Ich verstehe nicht, was du sagst.

Jag inte förstår vad du säger – wörtlich: ich nicht verstehen, was du sagst

(sprich: ja  in-te  för-stor  wat  dü  sä-ga)

 

Versteh ich auch nicht

Jag förstår inte heller – wörtlich: ich verstehe nicht auch

(sprich: ja  för-stor  in-te  hel-ler)

Ich finde keinen „Schwedisch-Kurs“, tuts Norwegisch auch?

Das Angebot an Schwedisch-Kursen in Deutschland ist viel zu klein! Wenn man nicht übers Internet lernen will, sondern einen Lehrer haben möchte, den man auch mal was fragen kann, und man keinen Privatlehrer findet, dann sind Norwegisch- oder Dänisch-Kurse eine Alternative, um erstmal mit dem Skandinavischen warm zu werden. Sie sind verwandt und sich gar nicht so unähnlich.

Beispiele:

Pferd = häst (schwedisch) – hest (norwegisch und dänisch) – Aussprache gleich

Ich = jag (schwedisch) – jeg (norwegisch und dänisch) – Aussprache fast gleich

 

4 Sätze, die man als erstes lernen sollte

Ich heiße….

Jag heter… (sprich: ja  he-ter…)

 

Ich komme aus Deutschland

Jag kommer från Tyskland (sprich: ja kom-ma  fron  tüsk-land)

 

Ich kann kein schwedisch sprechen

Jag inte kan prata svenska (sprich: ja  in-te  kann  pra-ta  swens-ka)

Bzw.:

Ich spreche nur wenig schwedisch

Jag pratar bara lite svenska (sprich: ja  pra-ta  ba-ra  lie-te  swens-ka)

 

Kannst du bitte etwas langsamer sprechen?

Snälla, kann du pratar liten långsamare?

(sprich: Snäl-la, kann  dü  pra-ta  lie-te  long-som-mar?)

 

Sprichst du englisch? Versuchs einfach mit: Do you speak english? 😉

 

Wann kann ich mein Schwedisch als gut bezeichnen?

Im Allgemeinen sagt man, das wenn man eine fremde Sprache ausreichend verinnerlicht hat, man anfängt in dieser Sprache zu träumen. Ich kann mich an meine Träume kaum erinnern, bei mir waren es diese Zeichen:

Wenn du beim lesen von schwedischen Texten nicht mehr komplette Sätze nachschlagen musst, bestenfalls nur 1 Wort, oder auf dessen Bedeutung von selbst schließen kannst.

Wenn du dich halbwegs mit Schweden unterhalten kannst und anfängst Geschichten oder Witze zu verstehen.

Das sicherste Zeichen ist jedoch:

Wenn dir manche (selten angewendete) deutsche Worte nicht sofort einfallen und du beim Schreiben im Wörterbuch die deutsche Schreibweise nachschlagen musst!

Ist Sprache lernen im Alter schwerer?

Nein! Ob man schnell oder langsam lernt, hängt vom eigenen Talent ab – aber nie ist man zu alt dafür!

Bei Fragen oder Anregungen, meldet euch gerne…

Über die schwedische Sprache oder „Smörrebröd römpömpömpöm“

Häufig gestellte Fragen

15 Tipps für Urlauber oder Auswanderer für den Aufenthalt in Schweden

 

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s