Häufig gestellte Fragen

…Lebenserfahrung wird in Schweden noch hoch angerechnet…

Muss ich schwedisch lernen?

Naja, wer sich als Lottomillionär oder Rentner aufs Altenteil zurückziehen möchte, oder ein Leben als Almöhi abseits der Zivilisation ohne Kontakt zur Außenwelt anstrebt – der kommt mir ein paar Brocken Englisch klar. Wer aber in der Gesellschaft leben und arbeiten möchte, der sollte schon langfristig schwedisch lernen. Man kann sich mit wenigen Brocken, Händen und Füßen beim Einkaufen durchschlagen, aber natürlich muss man sich im „richtigen Leben“ verständigen können. Genau wie in Deutschland, wird diese Anpassung erwünscht.

 

Sind die Lebensmittel teurer?

Nicht wirklich, kommt drauf an was man will. Wer gewöhnlich seine Ernährung durch Aldi & Co bestreitet, der muss etwas tiefer in die Tasche greifen. Es gibt zwar Supermärkte, aber kein Preisdumping auf Kosten der Qualität, wie z.B. Gammelfleisch. Die Durchschnittsqualität, gerade beim Fleisch, ist gut bis sehr gut – zu fairen Preisen, oft nahe an Bioqualität, wobei es Bio hier auch gibt (=Eko). Produkte mit viel Zucker oder Fett, sprich „Ungesundes“, ist oft verteuert, um die Verbraucher zur gesunden Lebensweise zu erziehen. Man bekommt nicht immer, so wie in Deutschland, das ganze Jahr durch einfach alles an frischem Gemüse und Obst überall, es wird oft durch die Saison bestimmt.

 

Wie geht das mit der Schule?

Die Schulen sind gewöhnlich Ganztagsschulen (bis 16.00 Uhr), mit Schulbus und warmen Mittagessen. Die Kinder werden gut versorgt, damit die Eltern in Ruhe arbeiten gehen können. Das Niveau wird am Schwächsten angepasst, damit jeder die Chance hat mitzukommen. Ganz Schlaue (Überflieger) überspringen dann Klassen, um schneller weiter zu kommen. Die Meisten beenden die Schulzeit mit dem Abitur, das aber nach deutschen Maßstäben mehr einer mittleren Reife entspricht. In der Oberstufe kann man sich bereits auf Berufsgruppen oder nach seinen Interessen spezialisieren, dort finde dann viele Kurse mit viel Praxis statt, z.B. KFZ-Mechaniker. Es gibt auch spezialisierte Gymnasien, z.B. Tennisgymnasium oder Naturwissenschaftliches Gymnasium. Es wird sehr wichtig genommen, dass jeder sich frei entfalten kann und es gibt KEIN MOBBING, sowas wird nicht geduldet und im Keim erstickt.

 

Ist Schweden kinderfreundlich?

Schweden ist das kinderfreundlichste Land, das ich kenne. Hätte ich das eher gewusst, ich hätte mein Kind in Schweden großgezogen. Individualität und freie Entfaltung wird ausgelebt, dass die Kinder glücklich sind ist am wichtigsten. Ohne Mobbing oder Diskriminierung dürfen Kinder praktisch alles, frei nach dem Motto „Au macht schlau“. Es funkt auch keiner in die Erziehung rein oder würde sich je beklagen, böse Blicke im Supermarkt über „quengelige Kinder“ gibt es nicht. Das Freizeit- und Sportangebot ist sehr groß und meistens sehr günstig bis kostenlos. Die Schweden würden wirklich alles für ihre Kinder tun.

 

Kann ich eine (neue) Berufsausbildung machen?

Klar, in Schweden ist es durchaus üblich, seine Berufswahl im Laufe des Lebens zu ändern und nochmal neu etwas ganz anderes anzufangen. Die meisten Ausbildungen sind schulischer Art, es erinnert ein wenig an den Führerschein; „richtig fahren“ lernt man hinterher, wenn man ihn hat.

 

Bin ich mit Ü 40 zu alt im Berufsleben?

NEIN! Auch mit Ü 50 nicht, Lebenserfahrung wird in Schweden noch hoch angerechnet. Natürlich gibt es auch hier Arbeitgeber, die sich 20-Jährige mit abgeschlossenem Studium und 10 Jahre Berufserfahrung wünschen… (was utopisch ist!). Aber gewöhnlich sind Berufserfahrungen wertvoll und Lebenserfahrung erwünscht. Schweden ist das richtige Land für all die, deren Lebenslauf durch oft wechselnde Tätigkeiten hervorsticht. Es wird nicht als Manko, sondern als Vorteil angesehen.

 

Wie ist das mit Studium aus?

Bis auf wenige Berufe, wie z.B. Arzt, gibt es keine obere Altersgrenze, um zu studieren. „Ich wollte schon immer…“, na dann los! Wenn du selbst für deinen Unterhalt sorgen kannst, steht dem nichts im Wege, die meisten Studiengänge sind kostenlos und es gibt die Möglichkeit Bafög zu beantragen. Für Bafög muss man jedoch gewisse Voraussetzungen erfüllen, aber EU-Mitbürger werden mit Einheimischen absolut gleichbehandelt. (mehr Infos darüber gibt es bei CSN.se). Viele Studiengänge werden auch als Fernstudium angeboten, da kann man dann arbeiten gehen und nebenbei zu Hause im eigenen Tempo studieren.

 

Wie hoch sind die Mieten und Nebenkosten?

Im Umfeld der Ballungszentren, wie Stockholm, Malmö oder Göteborg, ist alles teurer, auch die Mieten, auf dem Lande sind Mieten günstiger. Als Beispiel kostet eine Wohnung in Göteborg ungefähr das Gleiche wie in Hamburg oder Köln, die Nachfrage bestimmt den Preis. Die Nebenkosten sind deutlich niedriger, hängt aber natürlich auch von der Region ab. Im Vergleich zu Deutschland bezahle ich z.B. für die Müllabfuhr nur ein Drittel (für 2 große Tonnen) und nur 8 Cent / kw für Ökostrom!! Manche Nebenkosten, wie z.B. Schornsteinfeger, fallen weg, da man es selbst machen darf. Wir haben mit 2 Personen in einem Haus in Schweden weniger Nebenkosten, als ich allein für meine 54 qum Wohnung in Niedersachsen auf dem Lande bezahlt habe.

 

Wieviel koste ein Haus?

Je nach Lage – unterschiedlich. Im Umfeld der Ballungszentren, wie Stockholm, Malmö oder Göteborg, natürlich erheblich teurer, aber im Allgemeinen günstiger als in Deutschland (oft kann man eine Null weglassen). Jedoch ist es leichter ein Haus zu kaufen als zu mieten, für die Schweden ist es so normal sein Haus / Wohnung zu besitzen, wie es für Deutsche normal ist zu mieten.

 

Wie sind die Löhne?

Besser als in Deutschland, für 4,85 Euro würde in Schweden kein Altenpfleger auch nur einen Finger rühren. Die Berufserfahrungen bestimmen den Lohn, je mehr – je höher. Geregelte Arbeitszeiten und Überstunden- und Wochenendzuschläge sprechen für sich, es ist sehr erbaulich für seine Arbeitskraft entsprechend honoriert zu werden.  Auch für Berufseinsteiger, die Erfahrungen sammeln möchten, ist es attraktiv und reizvoll.

 

Sozialversicherungen?

In Deutschland bezahlt man Einkommenssteuer und Sozialversicherungen, die zusammen etwa 1/3 des Durchschnittseinkommens ausmachen. In Schweden ist es nicht gesplittet, in den 30% Steuern auf das Durchschnittseinkommen ist alles drin! Wer also Einkommenssteuer bezahlt ist automatisch Kranken- und Rentenversichert. Einzige Ausnahme: Arbeitslosenversicherung. Diese ist freiwillig, man bezahlt sie selbst und man meldet sich auch selbst bei der „A-kassan“ an. Kostenbeispiel: bei einem Nettoeinkommen von 12 000 Euro im Jahr bezahlt man ungefähr 10 Euro Beitrag im Monat. Mitgliedschaft in der Gewerkschaft läuft ebenfalls über die A-kassan und freiwillig, der Beitrag ist dann ungefähr dreimal so hoch. Alles in allem gerechnet ist die Steuer nicht so hoch, wie es oft dargestellt wird.

 

Wie ist die Krankenversorgung?

Gut, ähnlich wie in Deutschland. Wer in Schweden wohnt und arbeitet ist über die Einkommenssteuer voll krankenversichert, die Grundversorgung ist für alle gleich und etwas besser als in Deutschland. Man gibt einfach seine Personennummer im Krankenhaus oder beim Arzt an – fertig. Um lange Wartezeiten zu vermeiden gibt es die Möglichkeit, sich vorher telefonisch anzumelden. In Notfällen wird man in der Notaufnahme (Akkut) sofort behandelt.

Ausnahme: Zahnärzte! Kleinere Sachen zahlt man selbst, z.B. kostet eine Füllung ungefähr 30 Euro. Bei größeren Baustellen kann man Zuschuss beantragen, der vom Einkommen abhängig ist.

 

Personennummer

Die ist wichtig in Schweden, ein Dreh- und Angelpunkt. Nicht nur um sich auszuweisen, fast alles läuft über die Personennummer: Telefon, Konto, Sozialversicherungen, Auto, wohnlich melden, Versicherungen und vieles mehr. Man beantragt sie beim Finanzamt (Skatteverket), wo man sich auch wohnlich anmeldet (Folksbokförat). Sie braucht ein wenig Zeit, aber als EU-Mitbürger erhält man eine Vorläufige (Samordningsnummer), die ist für alles gültig, bis man seine Personennummer erhält.

 

Polizei / Feuerwehr / Rettungswagen

Für alle gilt nur eine Nummer in Schweden: die 115. Dort wird man weiter verbunden, je nach Bedarf an die Polizei (Polisen), Feuerwehr (Brandstation) oder Rettungskräfte (Ambulans). Sie sind schnell Vorort und sehr hilfsbereit.

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Auswandern

Anreise nach Schweden

Sein Auto in Schweden zulassen

Man ruft beim Straßenverkehrsamt an– fertig!

Ein schwedisches Auto in Schweden umzumelden, zuzulassen oder abzumelden ist so herrlich unkompliziert, dass es richtig Spaß macht! Nicht wie in Deutschland, wo man in den Städten oft Stunden in der Warteschlange verbringt, lossausen muss, um die neuen Schilder zu kaufen, um sich dann erneut anzustellen… sowas geht auch ganz anders:

Ummelden

Das gelbe Blatt vom Fahrzeugschein wird von beiden, Verkäufer und Käufer, ausgefüllt, unterschrieben und per Post zum Straßenverkehrsamt (Trafikverket) geschickt – fertig! Der neue Fahrzeugschein kommt per Post, zusammen mit der Rechnung über die Gebühr (5 Euro!).

An- oder Abmelden

Schwedische Autos bekommen ihr Nummernschild bei der Erstzulassung und behalten es bis zum Verschrotten. Daher braucht man beim An- oder Abmelden kein Fahrzeug vorführen oder neue Nummernschilder anschaffen. Man ruft beim Straßenverkehrsamt (Trafikverket) an, gibt das Nummernschild und seine Personennummer an – fertig! Keinerlei Papierkrieg und kostenlos ist es auch noch. Hat das Auto keinen TÜV mehr, hat man nun 6 Wochen Zeit es vorzustellen.

Fahrzeugversicherung

Selbstverständlich muss jedes Auto auf schwedens Straßen versichert sein. Kümmert man sich nicht selbst drum, wird es zwangsversichert vom Straßenverkehrsamt, diese Versicherung ist etwas teurer als die anderen. Aber es geht so leicht: man loggt sich über das Internet bei der Versicherung seiner Wahl ein, gibt Nummernschild und Personennummer ein – fertig! Ab sofort ist das Fahrzeug versichert, die Papiere und Rechnung kommen dann ein paar Tage später mit der Post. Auf unfallfreie Jahre erhält man einen Rabatt und man kann zwischen reiner Haftpflicht, Teil- oder Vollkasko wählen.

Ein im Ausland zugelassenes Fahrzeug ummelden

Jetzt wird es umfangreicher und komplizierter und es kostet Zeit und Geld. Zuerst muss das Auto zum schwedischen TÜV, danach beantragt man die Ummeldung. Dabei erhält man vorläufige Papiere und auch das schwedische Kennzeichen (die Schilder muss man dann kaufen), da man die alten Schilder (und Papiere) abgeben muss. Nun setzt sich das schwedische Straßenverkehrsamt mit dem ausländischen in Verbindung und überprüft alle Angaben. Das kann dauern, aber letztendlich bekommt man dann seine schwedischen Fahrzeugpapiere per Post.

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15 Tipps für Urlauber oder Auswanderer für den Aufenthalt in Schweden

Kreisverkehr

…wie die schwedische Gelassenheit uns Deutsche aus der Ruhe bringen kann…

 

Der Grundgedanke beim Kreisverkehr ist doch der, den Verkehrsfluss zu verbessern, möchte man meinen. Doch die Schweden sehen das anders:

In Schweden gibt es nur wenige Ampeln, sehr viele Kreuzungen sind mit Kreisverkehren versehen. Dennoch fahren sie nicht flüssig auf den Kreisel drauf zu, um, möglichst ohne anzuhalten, sich zügig in den fließenden Verkehr einzuordnen. Nein! Sie schleichen darauf zu, immer brems bereit. Dann halten sie an, selbst wenn weit und breit kein anderes Fahrzeug zu sehen ist. Oft warten sie sogar ab, ob nicht doch noch ein anderer Verkehrsteilnehmer in die Nähe kommt. Es könnte genauso gut eine Ampel dort stehen, schneller oder gar flüssiger geht es jedenfalls mit dem Kreisel nicht.

Zur Verteidigung sei angemerkt, dass Schweden eine sehr niedrige Verkehrstotequote aufweist und die „Nullversion“ (bloß niemanden gefährden) sitzt tief in ihrem Wesen verankert. Es vermittelt eine Sicherheit, die das Autofahren zu einem sehr angenehmen und entspannten Erlebnis macht.

Rasen mähen nach schwedischer Art

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Anreise nach Schweden

„Viele Wege führen nach Rom…“ heißt es, und auch viele Wege führen nach Schweden. Es kommt immer darauf an von wo man kommt und wo man hin will.

Mit dem Flugzeug

Schweden ist per Flugzeug schnell und gut zu erreichen. Auf den großen Flughäfen steigt man um, Dank zahlreicher mittlerer und kleiner Flughäfen, kommt man über Inlandflüge quasi überall hin. Rechtzeitig buchen, so spart man Geld. Taxen findet man immer, Mietwagen besser über das Internet vorbestellen.

Mit der Bahn

Mit der Bahn kann man sehr entspannt mit wenig Gepäck einreisen, wobei der Zug ohne Umsteigen über die Brücke fährt. Innerhalb von Schweden ist die Zugverbindung gut ausgebaut. Am besten bestellt man über das Internet vor und bezahlen geht nur per Konto- oder Kreditkarte.

Mit dem Fernbus

Momentan der billigste Anbieter für Rucksacktouristen, man kauft eine Fernreise für kleines Geld nach Stockholm und kann von da aus das ganze Land bereisen. Es gibt viele verschiedene Überlandbusse, fast überall vertreten ist „Y-Buss“. Auch hier gilt: über das Internet vorbestellen und mit Konto- oder Kreditkarte bezahlen.

Mit dem Auto

Die „Oeresund-Brücke“ von Kopenhagen nach Malmö ist die bessere Wahl, wenn man mit Wohnmobil oder Karavan unterwegs ist, bzw. Hund oder Katze dabei hat. Außerdem gibt es mehrere Autofähren von Deutschland und von Dänemark nach Schweden. Wer aus dem Osten oder Berlin anreist, für den ist die Fähre Rostock – Trelleborg günstig gelegen. Wer hingegen aus Hamburg oder Schleswig-Holstein anreist, für den lohnt mehr die Brücke, die Fähre Helsingor – Helsingborg oder die Fähre Kiel – Göteborg. Kommt ja auch darauf an, wo es in Schweden hingehen soll, ob man die E45 im Westen von Göteborg nach Dalarna, die E4 querdurch von Helsingborg nach Stockholm (Haparanda) oder die E22 entlang der Ostküste von Malmö nach Stockholm fahren möchte.

Das Fahren selber ist in Schweden sehr angenehm – entspannt und stressfrei, bis auf in Großstädten natürlich.

Konkrete Fragen? Beantworte ich gerne, meldet euch.

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