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Aber auch hier ist das Leben kein Ponyhof, man sollte…

Auch wenn ich mir mit diesem Beitrag den einen oder anderen verärgere, so muss ich doch mit einigen „unrealistischen“ Vorstellungen aufräumen. Sicher ist Schweden ein Land, das viele Möglichkeiten bietet, die es in Deutschland (leider) nicht mehr gibt. Aber auch hier ist das Leben kein Ponyhof, man sollte mit seinen Wunschvorstellungen doch auf dem Teppich bleiben. Oder um es mit Goethe zu sagen „Drum prüfe, wer sich ewig bindet…“

Keiner rollt für euch den roten Teppich aus…

Viele Auswanderer haben ein Problem damit, das sie nicht nahtlos an ihr altes Leben in Deutschland anknüpfen können. „In Deutschland, da war ich wer…“ Z.B. Unternehmer mit mehreren Angestellten – und in Schweden ist man plötzlich ein ganz normaler Angestellter, muss nach Anweisungen arbeiten, wie alle anderen. Man sollte sich vorher darüber klar werden, ob man das kann und auch will.

Ich kann kein schwedisch, ist das schlimm?

Sicher gibt es Berufe, wo die Nachfrage so groß ist, dass quasi jeder genommen wird, auch ohne viel Erfahrung oder ausreichende Sprachkenntnisse. Aber das ist nicht normal und generell zu erwarten!! Und natürlich sind Sprachkenntnisse in gewissen Berufen (mit z.B. Kundenkontakt) zwingend erforderlich! Einsatz, Initiative und Berufserfahrungen können jedoch Arbeitgeber überzeugen und sich einen guten Platz sichern. Schwedische Sprachkenntnisse sind immer ein Vorteil!!!

Warum verdiene ich weniger als in Deutschland?

Das kann unterschiedliche Ursachen haben:

Oft werden ausländische Ausbildungen nicht anerkannt – in dem Fall ist man also „ungelernte Arbeitskraft“.

Oder es liegen Sprachprobleme zu Grunde. Natürlich ist es für einen Betrieb aufwendiger, jemanden einzuarbeiten, wenn es nur mit Händen und Füssen und englisch geht. Würde ein Hilfsarbeiter in Deutschland, der gar kein Deutsch kann, das Gleiche verdienen wie ein Geselle??

Bezahlt wird nach Berufsjahren, je mehr – je höher!

Ich wollte ja eigentlich nach Norwegen, aber nu ist es Schweden geworden…

Beides ist Skandinavien, aber die Unterschiede sehr groß! Da sind Probleme schon vorprogrammiert, man könnte genauso gut nach Spanien oder Italien gehen. Wer nicht restlos von seiner Idee überzeugt ist, der kann nur enttäuscht werden. Es wäre immer ein Kompromiss – egal wie prima es auch läuft.

Probleme mitnehmen…

Wer Probleme in seiner Partnerschaft hat, der löst sie nicht automatisch, nur weil man sich in einem fremden Land befindet. Man nimmt sie mit!! Sicher ist ein neues Umfeld gut für einen Neuanfang – dann muss man aber wirklich die „alten Geschichten“ zurücklassen und vergessen. Wer mit seinem Partner oder seinem Umfeld ständig aneckt und hofft, mit einer Flucht ins Ausland das zu verbessern – der ändert gar nichts, sofern er sich nicht ändert.

Wie lange braucht man sich zu etablieren?

Hängt natürlich von jedem selbst ab und dem Umfeld. Grob kann man sagen, ungefähr 2 Jahre – bis man alles kennt, sich mit Kultur und Sprache zurechtfindet. Es ist nicht leicht, eine Zeit gespickt mit Entbehrungen, Rückschlägen, Enttäuschungen und wiederkehrendes Heimweh. Aber wer wirklich will – der schafft es auch.

Muss man „kleine Brötchen backen“?

Hallo?! Wir reden über einen Neuanfang – alles komplett nochmal auf Null setzen. Da kann man keine großen Forderungen stellen und darf froh und dankbar sein, über jede kleine Chance, die sich bietet. Natürlich muss man seine Erwartungen runterschrauben und Jobs annehmen, über die man in Deutschland längst hinausgewachsen war und gar nicht mehr nötig hatte.

Fragen, die man sich vorher ehrlich beantworten sollte:

  • Bin ich bereit komplett bei Null anzufangen?
  • Bin ich bereit (trotz toller Ausbildung / Berufserfahrungen) die ersten 1 – 2 Jahre als Putzfrau zu arbeiten? Auf Abruf stehen, ohne feste Anstellung, ekelige Klos putzen für knapp 9 Euro Stundenlohn (netto)? „Nur“ um einen Fuß in die Tür zu bekommen, die Zeit zu überbrücken, bis ich mich eingelebt habe und die Sprache kann?
  • Will ich mir wirklich diese Zeit der Rückschläge und Entbehrungen antun?

Musst du nur eine dieser Fragen mit „nein“ beantworten, dann solltest du deinen Entschluss nochmals überdenken. Es hilft, sich noch weiter über Schweden zu informieren, um eventuelle Zweifel zu beseitigen oder zu bestätigen. Das gilt natürlich nur für Leute, die nicht finanziell ausgesorgt haben, also über den schnöden Dingen, wie den Lebensunterhalt verdienen zu müssen, stehen.

Anregungen oder Fragen? Meldet euch gerne…

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Schwedisch lernen

Häufig gestellte Fragen

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Kulturelle Unterschiede

Schaut man in schwedische Häuser hinein, man kommt aus dem Staunen oft nicht raus…

Es gibt stellenweise erhebliche kulturelle Unterschiede, die einem erst gar nicht so klar sind. Hier einige Beispiele:

Tapeten und Einrichtung

Schaut man in schwedische Häuser hinein, man kommt aus dem Staunen oft nicht raus. Die meisten Tapeten waren in Deutschland in der 60iger Jahren modern, viele erinnern sich bestimmt noch an die kleingemusterte Blümchentapete in Omas Küche – in Schweden kann man sie immer noch in Geschäften neu kaufen. Auch viele Möbel – mal abgesehen von IKEA – erinnern an die 60iger Jahre. Natürlich gibt es auch moderne grau-metall Einrichtungen, aber das „Alte“ findet man häufiger.

Mal eben reinschauen…

Möchte man einen Schweden besuchen, mal eben reinschauen, weil man grad in der Nähe ist, verkneif es dir. Sowas ist in Schweden eher unüblich. Selbst sehr gute Freunde oder den Nachbarn ruft man vorher an – man platzt nicht einfach rein.

Hamsterkäufe

Es erstaunt jeden Deutschen im Supermarkt – die Großpackungen. Speiseöl in 2 Liter Flaschen, Zucker in 2 kg Tüten, Mehl in 5 kg Tüten oder Eier auf 30iger Palletten… Nein, die Schweden essen nicht unbedingt mehr. Es stammt noch aus alten Tagen, wo der Winter lang war und man auf dem Lande durchaus für einige Wochen eingeschneit war. Ich find es weniger schlimm, halt nur halb so oft eine Tüte Zucker kaufen zu müssen.

Redefreudigkeit

Grad auf dem Lande kennt jeder jeden – wenn man sich trifft tauscht man sich aus. Gewöhnungsbedürftig ist es jedoch, dass die Menschen das auch ausgiebig an z.B. der Kasse im Supermarkt frönen. Da wird das Handy gezückt und Fotos von den lieben Kleinen gezeigt oder mal eben gegoogelt, wo man denn diese schicken Schuhe bestellt hatte… Ja, sie sind halt freundlich und hilfsbereit.

„Noggran“

Die Schweden beschreiben sich gerne selbst als „noggran“, es ist ein Wort, das man nicht direkt übersetzen kann. Es bedeutet ungefähr: minuziös, ordentlich, verlässlich, zurückhaltend, pünktlich wohin gehend der Schwerpunkt auf der Zurückhaltung liegt. Es wird immer gegrüßt, selbst wildfremde Menschen. Aber jemanden ohne „Entschuldigen Sie, darf ich mal was fragen“ anzusprechen, käme einem ein Gespräch aufzuzwingen gleich. Die Hände schütteln das Äußerste – kein Hund oder Kind wird ungefragt angefasst! Schweden fühlen sich bedrängt, wenn man den Mindestabstand von einer Armlänge (ca. 80 cm) unterschreitet.

Oldtimer

Viele Schweden lieben alte Auto!! Sie werden gepflegt und gehegt, in beheizten Garagen untergestellt und liebevoll restauriert. Nur bei schönem Wetter werden sie dann gefahren und dürfen bewundert werden.

Kleiderordnung

Man kann fast sagen, es ist umgekehrt wie in Deutschland. Abgesehen von Uniformen gibt es in Schweden nicht die Art von Kleiderordnung im Berufsleben, wie wir es aus Deutschland kennen. Erlaubt ist was gefällt. Dagegen wird sich abends zum Ausgehen gerne richtig aufgebrezelt – selbst, wenn es nur auf ein Bierchen mit Kollegen ist.

Fragen, Anregungen… meldet euch gerne!

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Häufig gestellte Fragen

…Lebenserfahrung wird in Schweden noch hoch angerechnet…

Muss ich schwedisch lernen?

Naja, wer sich als Lottomillionär oder Rentner aufs Altenteil zurückziehen möchte, oder ein Leben als Almöhi abseits der Zivilisation ohne Kontakt zur Außenwelt anstrebt – der kommt mir ein paar Brocken Englisch klar. Wer aber in der Gesellschaft leben und arbeiten möchte, der sollte schon langfristig schwedisch lernen. Man kann sich mit wenigen Brocken, Händen und Füßen beim Einkaufen durchschlagen, aber natürlich muss man sich im „richtigen Leben“ verständigen können. Genau wie in Deutschland, wird diese Anpassung erwünscht.

 

Sind die Lebensmittel teurer?

Nicht wirklich, kommt drauf an was man will. Wer gewöhnlich seine Ernährung durch Aldi & Co bestreitet, der muss etwas tiefer in die Tasche greifen. Es gibt zwar Supermärkte, aber kein Preisdumping auf Kosten der Qualität, wie z.B. Gammelfleisch. Die Durchschnittsqualität, gerade beim Fleisch, ist gut bis sehr gut – zu fairen Preisen, oft nahe an Bioqualität, wobei es Bio hier auch gibt (=Eko). Produkte mit viel Zucker oder Fett, sprich „Ungesundes“, ist oft verteuert, um die Verbraucher zur gesunden Lebensweise zu erziehen. Man bekommt nicht immer, so wie in Deutschland, das ganze Jahr durch einfach alles an frischem Gemüse und Obst überall, es wird oft durch die Saison bestimmt.

 

Wie geht das mit der Schule?

Die Schulen sind gewöhnlich Ganztagsschulen (bis 16.00 Uhr), mit Schulbus und warmen Mittagessen. Die Kinder werden gut versorgt, damit die Eltern in Ruhe arbeiten gehen können. Das Niveau wird am Schwächsten angepasst, damit jeder die Chance hat mitzukommen. Ganz Schlaue (Überflieger) überspringen dann Klassen, um schneller weiter zu kommen. Die Meisten beenden die Schulzeit mit dem Abitur, das aber nach deutschen Maßstäben mehr einer mittleren Reife entspricht. In der Oberstufe kann man sich bereits auf Berufsgruppen oder nach seinen Interessen spezialisieren, dort finde dann viele Kurse mit viel Praxis statt, z.B. KFZ-Mechaniker. Es gibt auch spezialisierte Gymnasien, z.B. Tennisgymnasium oder Naturwissenschaftliches Gymnasium. Es wird sehr wichtig genommen, dass jeder sich frei entfalten kann und es gibt KEIN MOBBING, sowas wird nicht geduldet und im Keim erstickt.

 

Ist Schweden kinderfreundlich?

Schweden ist das kinderfreundlichste Land, das ich kenne. Hätte ich das eher gewusst, ich hätte mein Kind in Schweden großgezogen. Individualität und freie Entfaltung wird ausgelebt, dass die Kinder glücklich sind ist am wichtigsten. Ohne Mobbing oder Diskriminierung dürfen Kinder praktisch alles, frei nach dem Motto „Au macht schlau“. Es funkt auch keiner in die Erziehung rein oder würde sich je beklagen, böse Blicke im Supermarkt über „quengelige Kinder“ gibt es nicht. Das Freizeit- und Sportangebot ist sehr groß und meistens sehr günstig bis kostenlos. Die Schweden würden wirklich alles für ihre Kinder tun.

 

Kann ich eine (neue) Berufsausbildung machen?

Klar, in Schweden ist es durchaus üblich, seine Berufswahl im Laufe des Lebens zu ändern und nochmal neu etwas ganz anderes anzufangen. Die meisten Ausbildungen sind schulischer Art, es erinnert ein wenig an den Führerschein; „richtig fahren“ lernt man hinterher, wenn man ihn hat.

 

Bin ich mit Ü 40 zu alt im Berufsleben?

NEIN! Auch mit Ü 50 nicht, Lebenserfahrung wird in Schweden noch hoch angerechnet. Natürlich gibt es auch hier Arbeitgeber, die sich 20-Jährige mit abgeschlossenem Studium und 10 Jahre Berufserfahrung wünschen… (was utopisch ist!). Aber gewöhnlich sind Berufserfahrungen wertvoll und Lebenserfahrung erwünscht. Schweden ist das richtige Land für all die, deren Lebenslauf durch oft wechselnde Tätigkeiten hervorsticht. Es wird nicht als Manko, sondern als Vorteil angesehen.

 

Wie ist das mit Studium aus?

Bis auf wenige Berufe, wie z.B. Arzt, gibt es keine obere Altersgrenze, um zu studieren. „Ich wollte schon immer…“, na dann los! Wenn du selbst für deinen Unterhalt sorgen kannst, steht dem nichts im Wege, die meisten Studiengänge sind kostenlos und es gibt die Möglichkeit Bafög zu beantragen. Für Bafög muss man jedoch gewisse Voraussetzungen erfüllen, aber EU-Mitbürger werden mit Einheimischen absolut gleichbehandelt. (mehr Infos darüber gibt es bei CSN.se). Viele Studiengänge werden auch als Fernstudium angeboten, da kann man dann arbeiten gehen und nebenbei zu Hause im eigenen Tempo studieren.

 

Wie hoch sind die Mieten und Nebenkosten?

Im Umfeld der Ballungszentren, wie Stockholm, Malmö oder Göteborg, ist alles teurer, auch die Mieten, auf dem Lande sind Mieten günstiger. Als Beispiel kostet eine Wohnung in Göteborg ungefähr das Gleiche wie in Hamburg oder Köln, die Nachfrage bestimmt den Preis. Die Nebenkosten sind deutlich niedriger, hängt aber natürlich auch von der Region ab. Im Vergleich zu Deutschland bezahle ich z.B. für die Müllabfuhr nur ein Drittel (für 2 große Tonnen) und nur 8 Cent / kw für Ökostrom!! Manche Nebenkosten, wie z.B. Schornsteinfeger, fallen weg, da man es selbst machen darf. Wir haben mit 2 Personen in einem Haus in Schweden weniger Nebenkosten, als ich allein für meine 54 qum Wohnung in Niedersachsen auf dem Lande bezahlt habe.

 

Wieviel koste ein Haus?

Je nach Lage – unterschiedlich. Im Umfeld der Ballungszentren, wie Stockholm, Malmö oder Göteborg, natürlich erheblich teurer, aber im Allgemeinen günstiger als in Deutschland (oft kann man eine Null weglassen). Jedoch ist es leichter ein Haus zu kaufen als zu mieten, für die Schweden ist es so normal sein Haus / Wohnung zu besitzen, wie es für Deutsche normal ist zu mieten.

 

Wie sind die Löhne?

Besser als in Deutschland, für 4,85 Euro würde in Schweden kein Altenpfleger auch nur einen Finger rühren. Die Berufserfahrungen bestimmen den Lohn, je mehr – je höher. Geregelte Arbeitszeiten und Überstunden- und Wochenendzuschläge sprechen für sich, es ist sehr erbaulich für seine Arbeitskraft entsprechend honoriert zu werden.  Auch für Berufseinsteiger, die Erfahrungen sammeln möchten, ist es attraktiv und reizvoll.

 

Sozialversicherungen?

In Deutschland bezahlt man Einkommenssteuer und Sozialversicherungen, die zusammen etwa 1/3 des Durchschnittseinkommens ausmachen. In Schweden ist es nicht gesplittet, in den 30% Steuern auf das Durchschnittseinkommen ist alles drin! Wer also Einkommenssteuer bezahlt ist automatisch Kranken- und Rentenversichert. Einzige Ausnahme: Arbeitslosenversicherung. Diese ist freiwillig, man bezahlt sie selbst und man meldet sich auch selbst bei der „A-kassan“ an. Kostenbeispiel: bei einem Nettoeinkommen von 12 000 Euro im Jahr bezahlt man ungefähr 10 Euro Beitrag im Monat. Mitgliedschaft in der Gewerkschaft läuft ebenfalls über die A-kassan und freiwillig, der Beitrag ist dann ungefähr dreimal so hoch. Alles in allem gerechnet ist die Steuer nicht so hoch, wie es oft dargestellt wird.

 

Wie ist die Krankenversorgung?

Gut, ähnlich wie in Deutschland. Wer in Schweden wohnt und arbeitet ist über die Einkommenssteuer voll krankenversichert, die Grundversorgung ist für alle gleich und etwas besser als in Deutschland. Man gibt einfach seine Personennummer im Krankenhaus oder beim Arzt an – fertig. Um lange Wartezeiten zu vermeiden gibt es die Möglichkeit, sich vorher telefonisch anzumelden. In Notfällen wird man in der Notaufnahme (Akkut) sofort behandelt.

Ausnahme: Zahnärzte! Kleinere Sachen zahlt man selbst, z.B. kostet eine Füllung ungefähr 30 Euro. Bei größeren Baustellen kann man Zuschuss beantragen, der vom Einkommen abhängig ist.

 

Personennummer

Die ist wichtig in Schweden, ein Dreh- und Angelpunkt. Nicht nur um sich auszuweisen, fast alles läuft über die Personennummer: Telefon, Konto, Sozialversicherungen, Auto, wohnlich melden, Versicherungen und vieles mehr. Man beantragt sie beim Finanzamt (Skatteverket), wo man sich auch wohnlich anmeldet (Folksbokförat). Sie braucht ein wenig Zeit, aber als EU-Mitbürger erhält man eine Vorläufige (Samordningsnummer), die ist für alles gültig, bis man seine Personennummer erhält.

 

Polizei / Feuerwehr / Rettungswagen

Für alle gilt nur eine Nummer in Schweden: die 115. Dort wird man weiter verbunden, je nach Bedarf an die Polizei (Polisen), Feuerwehr (Brandstation) oder Rettungskräfte (Ambulans). Sie sind schnell Vorort und sehr hilfsbereit.

Habt Ihr mehr Fragen? Bitte meldet euch…

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Anreise nach Schweden

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Auswandern

Da sich ungeahnte Probleme beim Auswandern von alleine einstellen, hier eine Checkliste, was man…

Wohnen und arbeiten in Schweden

Eigentlich gar kein Problem, als EU-Mitbürger darf man innerhalb der EU wohnen und arbeiten, wo man will. Man benötigt keinerlei Arbeits- oder Aufenthaltserlaubnis! Um „Schwede“ zu werden, muss man 5 Jahre in Schweden gewohnt und sozialpflichtig gearbeitet haben, erst dann kann man die schwedische Staatsbürgerschaft beantragen. Das ist freiwillig, man kann, wenn man will, immer „Deutscher“ bleiben. Das ist also eine Frage, die sich erst später stellt. Da sich ungeahnte Probleme beim Auswandern von alleine einstellen, hier eine Checkliste, was man vor der Abreise mindestens erledigen sollte.

Checkliste der wichtigsten Dinge, an die man denken soll

  • Neuer EU-Reisepass (wichtig für Bankkonto, Einwohnermeldeamt, usw.)
  • Geburtsurkunde der Kinder, die noch keinen eigenen Reisepass haben
  • Heiratsurkunde
  • Urkunden über Abitur, Gesellenbriefe oder andere beruflichen Qualifikationen im Original (zusätzliche beglaubigte, schwedische Abschrift bringt Vorteile)
  • Schriftliche Bankauskunft über vorhandene Geldreserven
  • Zweitwohnsitz bei Verwandten oder Freunden anmelden (nur zur Sicherheit, kann nützlich sein)
  • etwas Schwedisch sollte man können (mit guten Grundkenntnisse in Englisch kommt man für den Anfang klar, aber langfristig muss man natürlich Schwedisch lernen)
  • Hund und Katze benötigen gültigen Impfschutz und müssen gechipt sein (die Einfuhr von Nutztieren, wie z.B. Pferden, ist umfangreicher, das erkläre ich gesondert)
  • Kleintiere wie Maus, Meerschweinchen und Kaninchen können problemlos einreisen
  • Packen Sie sinnvoll! Der Transport von Möbeln ist oft teurer als eine Neuanschaffung. Die Küchen sind meist voll eingerichtet und es gibt gute Second-Hand-Läden, die Tisch, Stuhl, Sofa, usw. günstig anbieten.
  • Nicht gleich alle Brücken nach Deutschland einreißen! Man weiß nicht, wie es laufen wird und sollte man, aus welchen Gründen auch immer, plötzlich zurückmüssen, ist es doch besser noch offene Türen vorzufinden!

Seien Sie offen! Schweden ist ähnlich, aber dennoch eine andere Kultur. Sie erwarten, so wie wir auch, dass man sich in gewisser Weise anpasst und bei übliche Gepflogenheiten mitmacht. Aber Schweden ist ein schönes Land mit sehr netten und hilfsbereiten Menschen, da fällt es einen nicht schwer.

Konkrete Fragen? Beantworte ich gerne, meldet euch.

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Rasen mähen nach schwedischer Art

Häufig gestellte Fragen

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15 Tipps für Urlauber oder Auswanderer für den Aufenthalt in Schweden

Bevor man ein privates Haus in Schweden betritt, zieht man sich die Schuhe aus….

Stau

Das Wort Stau gibt’s im schwedischen nicht. Die Schweden kennen keine Staus, man fährt defensiv und rücksichtsvoll. Es gibt eine Regel, die „Nollversion“, die sehr ernst genommen wird: „Jeder sollte sich im Straßenverkehr so verhalten, dass niemals einer deiner Freunde oder ein Familienmitglied verletzt oder getötet werden kann.“.

Fahrstil

Defensiv und rücksichtsvoll gegenüber Schwächeren = jeder Passant in der Nähe eines Zebrastreifens gilt es im Auge zu behalten – er hätte Vorfahrt! Dieses „schnell aufs Gas – da komm ich vorher noch dran vorbei“ ist typisch deutsch und kommt überhaupt nicht gut an.

Sprache

Ein paar Brocken schwedisch zu können, kann nicht schaden, allgemeine Redewendungen wie „Bitte“, „Danke“ oder „Ich komme aus Deutschland“. Die älteren Generationen hatten meist noch deutsch in der Schule und freuen sich, es mal wieder zu sprechen, können aber meist kein Englisch. Die jüngeren Generationen können englisch aber meist kein Deutsch. Geschrieben versteht man schwedisch ganz gut und einige deutsche Dialekte kommen dem sehr nahe, so dass man Bruchstücke verstehen kann.

Knöllchen und Bussgelder

In den ländlichen Regionen ist das Parken meist kostenlos. In Städten zieht man am Automaten „Biljetter“, die gut sichtbar von innen vor die Windschutzscheibe gelegt werden. Bezahlen geht fast nur mit Bankkarte. „Falsch Parken“ kostet ab 80 Euro aufwärts. Dazu zählt auch auf der gemalten Linie stehen, auf der falschen Seite oder 1 Minute über der Zeit. „Ohne Gurt“ kostet ca. 500 Euro, dieses Vergehen sehen sie sehr streng!

Danke!

Der Schwede bedankt sich für alles. Danke für das Essen, Danke für die Einladung, Danke für das letzte Mal (Besuch, Geschenk, Anruf etc.) Danke für die (Geburtstags-) Karte oder Danke für den Kaffee. „Tack för…“, man spricht es wie es geschrieben wird, sollte man sich angewöhnen.

Flaggentag

An den wichtigsten Feiertagen wird „geflaggt“, also man zieht die schwedische Nationalflagge am Fahnenmast hoch oder hängt die kleinere Version vor der Haustür auf. Das ist den Schweden sehr wichtig, zeigen Sie guten Willen und machen Sie mit. Eine kleine Flagge findet sich in jedem Ferienhaus. Flaggentage sind:

Neujahr; 28. Januar „Königs Namenstag“; 12. März „Kronprinzessinnen Geburtstag“; 30. April „Königs Geburtstag“; Karfreitag; beide Ostertage; 1. Mai „Tag der Arbeit“; Pfingstsonntag; 6. Juni „Nationaltag“; der Samstag nach dem 21. Juni „Mittsommer“; 8. August „Königin Namenstag“; 6. November „Königs Namenstag“; 23. Dezember „Königinnen Geburtstag“; 25. Dezember „Weihnachten“

Schuhe aus

Bevor man ein privates Haus in Schweden betritt, zieht man sich die Schuhe aus – ein absolutes Muss. Nur wenn der Gastgeber beim Ausziehen abwinkt, darf man sie anbehalten.

Tanken / Benzinkanister

Die meisten Tankstellen sind automatisiert und man kann nur mit Bankkarte bezahlen. Einige wenige haben Automaten, die schwedisches Bargeld nehmen, aber die sterben aus. Besonders auf der Autobahn zwischen Göteborg und Stockholm sind Tankstellen selten und automatisiert. Also: an Bankkarte oder Benzinkanister denken!!

Geld

Da die Nutzung von Kreditkarten (zu einem schwedischen Konto) gebührenfrei ist, bezahlt in Schweden fast keiner mehr bar (= „kontant“), selbst der Schokoriegel von der Tankstelle wird mit Karte (= „kort“) bezahlt. Deutsche Kreditkarten funktionieren, kosten aber beim deutschen Bankinstitut Gebühren. Geld wechseln geht nur zu sehr schlechten Kursen und bei Banken meist nur mit mehrtägiger Voranmeldung. Einfacher und billiger ist es, mit seiner deutschen Bankkarte einfach am Automaten schwedisches Geld zu abzuheben, sofern ihre Karte über das „Masterkard-symbol“ verfügt. (Welche Symbole nötig sind, steht an jedem Automaten dran!).

Essen

In Schweden wird mittags und abends warm gegessen. Sollten Sie in einem Restaurant oder Imbiss essen wollen, nehmen Sie ein „Meny“. Kostet etwas mehr, aber man kann sich meist das Tellergericht aus mehreren Alternativen aussuchen und es gehören immer ein Salatteller (Selbstbedienung an der „Saladbar“), ein einfaches Getränk (Wasser, Milch, Saft) und der Kaffee hinterher dazu. Den Kaffee darf man sich meist nachschenken und oft gibt es auch beim Hauptgang einen Nachschlag.

Laktose / Gluten

Unverträglichkeiten sind in Schweden an der Tagesordnung und es wird sehr darauf eingegangen. Sprechen Sie es einfach an – man hilft Ihnen gerne weiter. Gleiche Wörter und Aussprache wie im deutschen.

Einkaufen

Die meisten Supermärkte haben von 8.00 Uhr bis 22.00 jeden Tag geöffnet („Alla dagar 8 – 22“). Die Auswahl ist gut, die Qualität liegt zwischen normal und bio bei „normalen“ Dingen. Bioprodukte (= „EKO“) gibt es auch. Selbst einige deutsche Discounter sind vertreten, natürlich ist die Auswahl schwedischen Verhältnissen angepasst, wie z.B. Schokolade mit Lakritz oder salziges Popcorn. Süß und fettig, also ungesund, ist teurer, um die Schweden zu einer gesunderen Ernährung zu erziehen. Süßigkeiten gibt es traditionell für Kinder nur am Samstag.

Alkohol

Teuer und streng unter staatlicher Kontrolle. Außer Leichtbier kann man Bier, Wein und Spirituosen nur im „System Bolaget“ kaufen, Öffnungszeiten 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Kein Ausschank an Minderjährige wird sehr ernst genommen. Deutsches Bier ist ungefähr dreimal so teuer, Whiskey kostet locker das doppelte. Das „mitbringen für den eigenen Bedarf“ ist erlaubt!

Rauchen

In der Öffentlichkeit und auf Festen, wo Kinder anwesend sind, sollte man es nicht tun – brav dezent irgendwo bei Seite. Neben dem, wie in Deutschland üblichen, Nichtraucherschutz ist der Schutz der Kinder in Schweden sehr wichtig. Filterzigaretten gibt es im Supermarkt, im Tabakladen (= „Tobak“) oder an der Tankstelle zu kaufen – Drehtabak gar nicht (aber Blättchen (= „Zigarrettpapper“)). Die Masse der Schweden raucht nicht – sie „snusen“ lieber (Kautabak portioniert in kleinen Beuteln = „Snus“).

Gastgeschenke

Ein Gastgeschenk kommt immer gut an. Fragen Sie im Vorfeld, oft haben die Schweden spezielle Wünsche wie Schwarzbrot oder echter Schinken. Jede Hausfrau freut sich über einen Satz Kuchengabeln, die es hier nicht gibt. Sonst ist eine Flasche Whiskey immer eine gute Idee – wer sie nicht selber trinkt nimmt sie zum Tauschen oder als besonderes Geschenk für Freunde.

Konkrete Fragen? Beantworte ich gerne, meldet euch.

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